Schmerzen
Schmerzen
 
Schmerzen kennt jeder von uns
Sie sind die "Alarmanlage" unseres Körpers. Akute Schmerzen warnen uns vor einer tatsächlichen oder drohenden Gewebeschädigung wie Verletzungen, Entzündungen oder einer heissen Herdplatte und lösen eine entsprechende Reaktion aus, z.B. schnelles Wegziehen der Hand oder Schonung eines verstauchten Knöchels. Schmerzfühler, auch Nozizeptoren genannt, finden sich überall im Körper. Sie leiten den Schmerzreiz als "elektrisches Signal" über die Nerven in das Rückenmark und von dort ins Gehirn, wo es schliesslich als Schmerz wahrgenommen wird.
 
 
Der akute Schmerz hat in der Regel eine klare Ursache und ist deshalb meist relativ einfach zu behandeln. Wird die Ursache behoben, ist der akute Schmerz auch bald wieder "vergessen". Werden akute Schmerzen nicht rechtzeitig oder ungenügend behandelt, können sich von der eigentlichen Ursache loslösen und sich verselbständigen. Oft findet sich dann auch gar keine konkrete Ursache mehr, welche die Schmerzen erklären würde. Der Arzt spricht bei dieser Form von Schmerzen, die über Monate oder Jahre bestehen, von chronischen Schmerzen bzw. chronischem Schmerzsyndrom. Chronische Schmerzen haben meist ihre ursprünglich nützliche Warnfunktion verloren und sind für den Betroffenen nichts weiter als eine Qual, die zu weiteren körperlichen und seelischen Folgeleiden führt und die Lebensqualität stark einschränkt. Familiäre Probleme, soziale Vereinsamung, Verlust des Arbeitsplatzes oder im schlimmsten Fall Invalidität können die Folge sein. Zudem kann ein chronischer Schmerzmittelkonsum zur Medikamentenabhängigkeit führen. Daher ist es wichtig, bei anhaltenden oder immer wiederkehrenden Schmerzen frühzeitig einen Arzt zu konsultieren, damit chronische Schmerzen erst gar nicht entstehen.
 
Chronifizierung von Schmerzen
Für das chronisch werden der Schmerzen spielt das sogenannte "Schmerzgedächtnis" eine wichtige Rolle. Durch die anhaltenden oder wiederholten Schmerzreize "lernen" die Schmerzfühler und die schmerzleitenden Nerven - ähnlich wie bei der Gedächtnisbildung - schneller und genauer zu reagieren und werden empfindlicher: bereits relativ schwache Reize (z.B. Berührung oder Wärme) können dann Schmerzen auslösen oder ein leichter Schmerzreiz wird übermässig stark empfunden. Schlisslich treten die Schmerzen auf, auch wenn gar keine Ursache mehr vorhanden ist - es hat sich ein "Schmerzgedächtnis" entwickelt.
 
Schmerzwahrnehmung ist etwas sehr subjektives
Schmerzen werden von Mensch zu Mensch unterschiedlich wahrgenommen - sowohl was Schmerzstärke als auch Erscheinungsbild betrifft. Was für den einen bereits unerträglich ist, wird vom anderen als noch erträglich empfunden. So kann die Schmerzstärke von leicht bis stark, quälend oder gar unerträglich reichen. Zur Schmerzbeschreibung verwenden wir viele Bezeichnungen: drückend, stechend, bohrend, dumpf, schneidend, elektrisierend und vieles mehr. Daran erkennt man, dass die Schmerzwahrnehmung sehr komplex ist, ebenso wie die
Schmerzursachen.